F. HAMMANN, Offenbach - Gegründet 1864

  • Mir war bei F. Hammann vor allem das pflanzlich gegerbte Bisonleder mit der sogenannten antiken Färbung ins Auge gefallen. Nach längerem Abwägen habe ich mir einen Rucksack fertigen lassen, der mir bislang sowohl optisch als auch haptisch gefällt. Das Lederfutter wirkt ebenso robust wie das Bisonleder. Das gilt auch für das verbaute Metall und die Schultergurte, die größtenteils aus Baumwolle sind. Der großzügig geschnittene Beutel, der dem Rucksack beilag, ist leider aus einer Kunstfaser. Gewünscht hätte ich mir zudem eine Art von Schlaufe, mit der sich die Tragegriffe zusammenhalten lassen, da derjenige, der beim Tragen der Tasche auf dem Rücken vom Körper wegweist, beim Gehen nach unten kippt.

    Urban, was empfiehlst du für die Pflege des Oberleders, also des Bisonleders mit dieser speziellen Färbung? Die Rich Moisture/Moist Care, die Cream Delicate? Den jetzigen leichten Glanz möchte ich bewahren.

  • Das Bisonleder scheint oberflächengefärbt zu sein, also nicht durchgefärbt, wodurch dieser spezielle Effekt an den Biegungen des Leders entsteht.
    Du kannst sowohl die Delicate Cream als auch die Rich Moisture verwenden.
    (Andere Pflegecremes wären die Conditioning Cream und die Moisture Cream aus der Serie Columbus Premium, die speziell für Ledertaschen und Accessoires gedacht sind - aber - man soll's auch nicht übertreiben mit den speziellen Cremes).
    Probier die gewählte Creme auf dem Boden der Tasche aus, dünn auftragen, ggf. mehrmals, je nachdem wie stark das Bisonleder sie aufsaugt,
    und lass sie trocknen; danach mit einem Poliertuch blank reiben.

  • Das Bisonleder scheint oberflächengefärbt zu sein, also nicht durchgefärbt, wodurch dieser spezielle Effekt an den Biegungen des Leders entsteht.

    Das ist interessant; danke für den Hinweis. Ich hoffe, dass der Rucksack auch an den Biegungen, die ständig bewegt werden, über viele Jahre halten wird. Besonders belastet wird der Bereich der Öffnung mit verbautem Stahlbügel.

    Quote

    Du kannst sowohl die Delicate Cream als auch die Rich Moisture verwenden.

    Gesagt, getan. Ich habe die Rich Moisture verwendet. Bislang hatte ich mit der nie Probleme – das ist auch so geblieben.

  • Zum Leder habe ich noch das Folgende recherchiert:

    Quote from https://www.fhammann.com/menu/materialien/

    Dieses robuste und markante Leder stammt vom original Amerikanischen Bison, aus streng kontrolliertem Wildfang. In Florenz werden diese Häute vegetabil und chromfrei gegerbt, mit einer kastanienbraunen Wasserfarbe anilingefärbt, also lasiert, und letztlich mit einem dunkelbraunen Schutzfirnis versehen. Bei der Farbe dunkelbraun wird jedes Modell mit einer historischen Poliermaschine von Hand bearbeitet, was eine unverwechselbare, patinierte Oberflächenoptik und Zweifarbigkeit ergibt.

    Das verstehe ich so, dass das Leder doch durchgefärbt oder zumindest tiefengefärbt ist und die Lederoberfläche danach noch weiter bearbeitet wurde, oder sehe ich das falsch? Ich kann die vielen Fachbegriffe (in diesem Zusammenhang) nicht einordnen.

    Zu meinem Kauf bei F. Hammann möchte ich noch lobend erwähnen, dass die Firma mir einen "Riemen-Zusammenhalter" hergestellt und zugeschickt hat, ohne dass mir dafür Kosten berechnet worden sind. Die Tragegriffe bleiben jedoch entgegen meinem ersten Eindruck auch zusammen, wenn man den kleineren unter den größeren steckt.

  • Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt:
    Die Grundfarbe bei einer vegetabilen Gerbung wäre Sand, der an den Biegezonen auftauchende Rotton ist durch die Färbung mit der Wasserfarbe entstanden.
    Daher ist das Leder anilingefärbt = durchgefärbt, was der Gerber durch Auswahl der Gerbstoffe ebenfalls in diese (Farb-) Richtung steuern kann.
    Die Gerber, die Rinden = Tannine verwenden, nannte man früher auch Rotgerber...
    (Es gibt auch Weißgerber, die mit Salzen wie Alaun oder Salzen allgemein gerben und die Sämischgerber, die mit Fischtran gerben).

    Die Deckfarbe - hier die Schutzfirnis - ist eine Oberflächenfarbe, der Ausdruck "-firnis" besagt, dass dem Anstrichmittel Trocknungsmittel = Sikkative
    beigemischt wurden, um die Farbe am tieferen Eindringen in das Leder durch schnelles Abtrocknen zu hindern:
    Dies ist der Grund für den Farbeffekt, dass Leder in den Biegezonen in einem helleren Rot erscheint, der Rest aber dunkel bleibt.

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