Kuriositäten aus der Welt der Schuhe und deren Pflege

  • Der Schutz der Ledersohle?
    Wie schützen Sie als Autofahrer Ihre Reifen gegen Abnutzung oder gegen Beschädigungen?
    Richtig! Gar nicht.
    Eine Schuhsohle ist ebenfalls ein Verschleißartikel und nutzt sich durch den Gebrauch ab.


    Die Pflege der Schuhsohle?
    Im Winter den Splitt und kleine Steinchen rauspulen, die Unterseite ggf. mit Sohlenöl einreiben, den Sohlenrand/-schnitt mit einer Creme und/oder Wachs versiegeln,
    von Zeit zu Zeit mit einem Schleifpapier glätten oder dies von einem Schuhmacher erledigen lassen.
    Und rechtzeitig die Spitzen, den Absatz, die ganze Laufsohle oder eine halbe ersetzen lassen - Stichwort: Daumentest
    Viel mehr zum Thema Sohlenpflege fällt mir gerade nicht ein.


    Die Sohle einzufetten - dazu würde ich nicht raten, da das Fett das Sohlenleder zum Aufquellen bringt.
    Zu den Hausmitteln Leinöl, Waffenöl usw. kann ich leider keine eigenen Erfahrungswerte beitragen.


    Schutzsohlen auf die Laufsohlen aufkleben <-> der Vergleich mit den Autoreifen?


    Absatzeisen?
    Warum nur ist in den Absatz ein Gummistopper eingelassen?


    Spitzeneisen?
    Da ist die Frage etwas diffiziler zu beantworten...
    Da spielt die Spitzensprengung (= "Hochstehen der Laufsohle unter der Schuhspitze) der Schuhe eine große Rolle,
    die Lage der Sohlennaht, die Art des zu montierenden Eisens, ob aufgenagelt oder in die Sohle eingelassen, usw. usw.
    Manche Leute lassen dies auch aus rein optischen Gründen heraus machen.


    Ich für meinen Teil lehne alle Eisen und Messingteile unter Sohle und Absatz rundweg ab, denn es gefällt mir weder optisch, noch akustisch,
    und es verändert den Schuh:
    Er trägt sich anders - sein Abrollverhalten ändert sich, wenn auch nur geringfügig, der Auftritt bei einem Absatzeisen wird härter,
    auch kann man leichter ausrutschen.
    Ich trage (handgenähte) Schuhe genau aus einem bestimmten Grund und möchte diese nicht Verschlimmbessern,
    weder durch Eisen noch durch Schutzsohlen, was ich deshalb schlicht und einfach für unsinnig und überflüssig halte.
    Will ich Schuhe mit Gummisohlen, dann kaufe ich sie mir gleich...


    Aber die Geschmäcker sind verschieden!:)

  • Liebe Leser,


    aktuell kündigen sich einige gravierende Veränderungen der Definititionen in der Schuhherstellung an.
    Im CC Berlin werden die Begriffe gerade vollkommen neu definiert, und es kündigen sich bereits jetzt epochale Veränderungen an.
    Der berühmte starke Tobak...
    Aber es wird sehr interessant werden - so viel steht bereits jetzt fest!
    Sobald ein erstes konkretes Interimsergebnis vorliegt werde ich berichten.

  • Wenn man etwas herumstöbert so könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Schuh- und Lederpflege sehr kompliziert + fehleranfällig sei.


    Haut, und Leder ist nun einmal eine gegerbte Haut, braucht also zuerst einmal Feuchtigkeit - also eine Ledercreme
    [Konsistenz wie eine Haut-/Gesichtscreme => also weich].


    Erst nach mehrmaliger Pflege der neuen Schuhe mit einer Creme mit einer ölhaltigen Creme, damit sich dies zwischen
    den Fibrillen (Lederfasern) einlagert und so für die Elastizität des Leders sorgt,
    folgt das Make Up, sprich: ein Wachs, wirklich nur hauchdünn auftragen, in kreisenden Bewegungen mit einem Baumwolltuch
    und so dünn, dass sich möglichst wenige Schlieren bilden.
    Nach ein paar Minuten Abpolieren und ggf. noch eine zweite hauchdünne Schicht auftragen - je nach Gusto.
    Auch diese Polieren...


    Eine Erstpflege von Schuhen oder Leder bitte nicht mit einem Wachs machen, und schon gar nicht mit einem farblosen Wachs,
    da dies aufgrund seines recht hohen Lösungsmittelanteils Farbpigmente aus dem Leder lösen kann.


    Oder wie wollen Sie Feuchtigkeit ins Leder bringen wenn Sie als erstes die Oberfläche versiegelt haben?
    Niemand trägt zuerst das Make Up auf und anschließend die Creme, oder?


    Das beste Pflegemittel ist gerade mal gut genug für Ihre Schuhe und Lederwaren und es ist wirklich sehr, sehr einfach!

  • Cobbler's Myth
    Kein einziger mir bekannter Hersteller pflegt die Schuhe vor der Auslieferung an die Händler mit einer Creme,
    Wachs oder mit was auch sonst immer.
    Die Händler sprühen höchstens mal ein, aber Schuhpflegepersonal beschäftigen auch sie garantiert nicht!

    Da man nicht weiß was die dienstbaren Geister auf die Schuhe sprühen, sollte man freundlich dankend darauf verzichten.


    Rauleder- oder Schuhe aus Nubuk werden eingesprüht, alle anderen niemals!


    Zum Feuchtigkeitsgehalt des Schuhleders für die Schuhherstellung (relativ trocken) habe ich schon einiges geschrieben:
    Benutzen Sie bitte immer eine Creme vor dem ersten Tragen der Schuhe.
    Tun Sie dies nicht, so prägen sich relativ tiefe Gehfalten in das Leder ein, die nicht mehr zu entfernen sind;
    in diesem recht trocknen Zustand ist das Leder auch sehr empfindlich gegen Anstöße:
    Schrammen + Kratzer sind die Folge.
    Tropfen irgendwelche Flüssigkeiten darauf, dann saugt das Leder sie gierig auf.


    WENN Sie allerdings auf tiefe Gehfalten, Schrammen und Flecken Wert legen, weil sie ein
    Used-Look-Freak sind oder einfach nur einen Grund brauchen, um den nächsten Schuhkauf zu begründen,
    dann verzichten Sie am besten gleich ganz auf jegliche Schuhpflege - or take cobbler's advices!

  • Vor vielen Jahren wurde in Newsaboutshoes.de der Leitfaden für den Schuhkauf veröffentlicht,
    und er hat auch im Zeitalter der Laienleistendatenbanken nichts von seiner Bedeutung verloren - ein kleiner Auszug daraus:


    • 5.3. die Größenangabe schaust Du in Deinen Tretern nach (ja genau die, die so bequem sind – Du weißt doch: die alten mit der schönen Gummisohle!)
    • 5.4. auf keinen Fall 1. Wahl bestellen, denn dann kannst Du ja nicht mit Deinem Schnäppchenkauf einen Thread eröffnen,
      und Du bist ja schließlich kein Blöder, oder?
    • 6. Kreditkarte ins Bestellformular eintippen und los geht’s!
    • 7. Wenn dann die exklusiven Rahmengenähten eintreffen, dann zieh sie sofort an!
    • 8. Dreh’ damit eine Runde um den Block und sei bitte nicht kleinlich wenn sie etwas zwicken oder ein Eigenleben rund um Deinen Fuß entwickeln:
    • Du bist geizig, Du bist clever!
    • 9. Deine Frau will sie dann doch nicht? Die Schuhgröße hat doch nicht wirklich gepasst. Kein Problem!
    • 10. Mach einen neuen Thread auf und frag die anderen im Forum welche Schuhgröße Du hast!
    • 11. Die haben Dir Deine Deine Größe geschrieben? Sicher? Dann auf zur nächsten Bestellung!
    • .....



    Nun ist es ja verständlich, dass man das Allheilmittel INTERNET dazu benutzt, um Tipps und Hinweise zu Herstellern und ihren Produkten
    zu erfragen.
    Das funktioniert auch solange es sich um ein Standartprodukt handelt, dass jeder so gebrauchen kann wie es ist:
    Kaffeemaschinen, Möbel, Radios, Fotoapparate usw.
    Es funktioniert aber garantiert dann nicht, wenn man eine Speziallösung für den Individualfall benötigt wie z.B. einen Einbauschrank
    für eine ganz bestimmte Mauernische, und das kann niemals funktionieren wenn man noch nicht einmal selbst die korrekten Maße kennt.
    Wer will da schon einen vernünftigen Rat erteilen - ohne sich zu blamieren?
    Nun, wohl käme auch niemand auf die Idee einem Ratsuchenden für solch einen Spezialfall ein serienmäßig hergestelltes Standartprodukt zu empfehlen, zumal er schon geschrieben hat, dass das Größenraster des angefragten Herstellers nicht passt!


    Aber, bei Schuhen funktioniert das!


    Da fragt jemand nach ob er sich vom Hersteller VKR das Modell A in Größe 8 oder in 8 1/2 kaufen soll und gibt an,
    dass weder das eine noch das andere Paar gut an seinen Füßen sitzt, das eine zwickt - das andere schlackert.
    Nun wäre es doch wohl nicht mehr als logisch, dass man dem Ratsuchenden den Tipp gibt,
    zuerst einmal seine 2 Füße ausmessen zu lassen, um seine wirkliche Schuhgröße festzustellen und
    ihm von dem angesprochenen Modell in jedem Fall abrät:
    Es passt ja schließlich in keiner der beiden infrage kommenden Größen.


    Das wäre doch logisch, oder?
    Aber warum einfach wenn's auch kompliziert geht?
    Ist es denn zu viel verlangt oder dem Ratsuchenden ganz einfach nicht zuzumuten andere Modelle von anderen Herstellern an-/auszuprobieren?
    Das wäre doch weit einfacher und effektiver, oder?


    Aber nein - ein Cobbler gibt den Rat das nicht passende Modell in der kleineren Größe zu kaufen und aufbiegen zu lassen;
    das aber regt wiederum den anderen auf, der da meint das wäre falsch, weil dann der Schuh zu kurz wäre!
    Der eine weited lieber - der andere bastelt gerne irgendwelche Pflästerchen und Gummipfropfen in die Schuhe
    und beides ist bekanntlich suboptimal.


    Keiner der beiden hat aber je die Füße des Ratsuchenden gesehen, auch kein Foto davon,
    geschweige denn vermessen und kommt gar auf die Idee, dass der Ratsuchende schon seit vielen Jahren
    die absolut falsche Schuhgröße trägt, weil er das Eintragen, das Drücken und Zwicken an gewissen Stellen
    für vollkommen normal hält. "Passen" - davon haben gerade Newbies oft seltsame Auffassungen, aber nicht nur die!


    Wie machen die das bloß?
    Sind das berühmten hellseherischen Fähigkeiten der Cobbler, das SCHUH-TAROT?




    Dieser Schuh passt dem, der ihn sich anzieht, ausnahmsweise!

  • Man kann eigentlich nur hoffen, dass sich die Männer irgendwann wieder die Zeit dazu nehmen und bequemen SCHUHE anzuprobieren,
    statt sie mit ein paar Klicks auf gut Glück zu ordern und anschließend Land & Leute damit verrückt zu machen,
    weil dieses, sell und jenes nicht zu stimmen scheint.


    Ich habe nichts gegen den Schuhversandhandel, aber entweder kennt man die angebotenen Schuhe und weiß was man bestellen soll,
    oder man reduziert seine Ansprüche und Erwartungen entsprechend bei so einem Kauf.


    Auch wäre es wünschenswert wenn sie statt mit Anglizismen wie cap toe, full brogue, v-cleats, bevelled waists usw. um sich zu werfen
    schon nur mal ihre ungefähre Schuhgröße kennen würden.
    Dann wäre schon viel gewonnen!


    Wenn sie dann auch noch kapieren würden, dass ihnen kein Hersteller auf dieser Welt für, na sagen wir mal für 199.- €uro,
    feinstes Leder und allerbeste Verarbeitung für eine Superpassform bieten kann,
    nun, dann hätte der Verstand wohl wieder eingesetzt und sie befänden sich auf dem Weg der Besserung!
    Und dann noch ein bisschen (echte) Fachberatung statt einem reinen Verkaufsgespräch....

  • Heute habe ich erfahren, dass

    • die Durchnähmaschine von Mr. Blake Rapid erfunden wurde und deshalb Blake Rapid-Maschine heißt
    • dass beim maschinellen Durchnähen die Sohle mit dem Oberleder vernäht wird und
    • dies eine aufwendige Machart ist und
    • dass man dazu zuerst einmal ein Gemband auf die Brandsohle klebt, zumindest zeigt es so das Foto daneben
    • danach manuell über die Sohlennaht eine Lederschicht gelegt wird, um den Sohlenüberstand zu verkürzen
    • dass auf durchgefärbtem "bestem" Kalbleder die Wassertropfen stehen bleiben, einfach so...
    • eine Qualitätskontrolle immer kritisch ist, und nicht etwa so unkritisch, dass man den fehlenden Stand übersieht
    • der Schuhschaft mit dem Hammer in seine spätere Form geklopft wird und
    • nach dieser Hammerformung der Schaft ausgeleistet wird
    • wie dann die Sohle an den Schaft kommt habe ich dort leider nicht lesen können - wahrscheinlich eine neue Technik


    Und diese wirklich hochwertigen italienischen Herrenschuhe, das Kippeln gibt's bei einigen Modellen noch gratis dazu,
    kostet Sie nur ab lächerliche 150.- € zzgl. 19 % MWSt - wenn das kein Schnäppchen ist!


    Ach ja, ehe ich's vergesse:
    Die Manufaktur mit diesem Namen existiert scheinbar nur virtuell, zumindest hat sie keinen echten Telefonanschluss.

  • Sehen Sie einen gravierenden Unterschied zwischen den Schuhen von Anbieter A und B?


    OK, der Fotograf von A war etwas cleverer und hat eine günstige Perspektive gewählt oder
    B war beim Fotografieren zu ehrlich...


    Anbieter A [INDENT]Anbieter B [/INDENT]








    Schuhe, die keinen Stand haben, sind keine Ausreißer in der Produktion sondern komplette, fehlerhafte Serien,
    da die verwendeten Leisten (Stichwort: Leistensprengung) und die angebrachten Absatze von der Höhe her
    einfach nicht zusammenpassen.

    Das sind schlicht und einfach fehlerhaft gemachte Schuhe!


    Insbesondere die beiden Loafer dürften sich sehr schnell über dem Rist weiten...


    Etwas genauer erklärt: http://www.bestofbest-mode.com…amp-Damenschuhe-Der-Stand



    Und immerhin sind die Fehler bei diesen Serienschuhen (RTW's) nicht so stark ausgeprägt als bei den Maßschuhen:
    http://www.bestofbest-mode.com…=1076&viewfull=1#post1076
    was aber nicht heißen soll, dass auch sie nicht vermeidbar wären, etwas Sach-/Fachkenntnis des Anbieters vorausgesetzt!

  • Nicht ohne Grund habe ich die Fotos in obigem Beitrag anonymisiert:
    Es geht mir absolut nicht darum Anbieter A, B oder C namentlich an den Pranger zu stellen sondern Sie als Forenbesucher wollten vielleicht
    etwas aufmerksamer beim Schuhkauf sein, auf den Schuh selbst achten und sich gerade nicht von bunten Bildchen,
    Marken und Layout blenden lassen.


    Der Stand eines Schuhes, also die fehlerfreie Konstruktion bzw. Ausführung, ist deshalb so wichtig,

    • weil sich einerseits speziell der Absatz schneller abnutzen kann,

    • Schäden im Bereich des Gelenks wie z.B. Bruch des Gelenkstücks/-feder usw. auftreten können und

    • sich die Schuhe schnell weiten können, weil sie beim Stehen (im Stand) nicht richtig auf der Unterlage aufstehen.


    In jedem Fall verkürzt ein falscher Stand die Lebenszeit der Schuhe durch erhöhte Abnutzung.

  • Danke für den Hinweis!


    Ich hatte geschrieben, dass man dort nicht alles "bierernst" nehmen sollte und
    um ein paar ganz reale Informationen ergänzt.
    Dass die Seite ein schlecht gemachter Informationsblog mit miesen Informationen sei,
    habe ich nicht geschrieben und wollte das den Lesern auch so nicht vermitteln.


    Um Mißverständnisse und Irritationen zu vermeiden, habe ich daher den Beitrag komplett gelöscht.

  • Es gäbe noch so viel Sinnvolles zu berichten aus der Welt der Schuhe, der Schuhfachleute, Schuhpflegespezialisten und dergleichen,
    aber ich mache jetzt mal eine kleine Pause vom typischen Schwarzweissdenken, rahmengenäht - nichtrahmengenäht,
    und leite diese ein mit



    Und komme keiner bitte auf die Idee V-Cleats, Spitzeneisen, Schutzsohlen usw. dafür nachzufragen
    und wie lange die Sohlen halten (Tipp: mind. 5 X),
    oder ob es sie passend für's Budget von max. 200.- € gibt
    oder ....
    oder die sonst üblichen Fragen zu stellen...


    Neugierige Fragen beantworte ich dafür aber dann später sehr gerne!

  • In diesem Beitragsstrang könnte man jeden Tag über den Blöd- und Unsinn im Netz schreiben.
    Sachautoren-Gekritzel
    Laienautoren-Nachgeplapper
    Fachautoren-Möchtegernwissen


    Es nimmt einfach kein Ende!


    Da gibt es Fachfrauen, die ernsthaft behaupten das Gemband würde an die Brandsohle angenäht oder
    durchgenähte Schuhe wären nicht anderes als geklebte Schuhe, die anschließend noch genäht werden.
    Nur gut, dass Maßschuhmacher niemals im Leben einen Kleber beim Machen ihre Maßschuhe einsetzen!


    Apropos Maßschuhe:
    Warum nur werden die immer nur im Zustand neu gezeigt?
    Doch nicht etwa weil man sonst sehen würde, dass es mit der Kunst so weit gar nicht her ist?


    Oder es werden ganz einfach Werbeprospekte eines Herstellers ohne dabei nachzudenken abgetippt und
    als Fachartikel veröffentlicht und zu allem Überfluß auch noch mit Fotos garniert, die etwas ganz anderes zeigen als das,
    was im Text eigentlich geschrieben steht.
    Und denke ja niemand beim Lesen solcher Fachaufsätze an etwas Schelmisches!
    Oder hinterfrage gar den Sachverstand oder das räumliche Vorstellungsvermögen...
    Und schon gar nicht an die Geometrie aus der Grundschule, oder wie war das noch mal mit den Winkeln?
    90 Grad - das war doch der rechte, oder habe ich da was falsch in Erinnerung?
    Und parallel stehen dann die beiden Schenkel des Winkels wohl nicht wirklich...


    Gerade bei Schuhen wird immer noch viel Unsinn verzapft, das wird sich auch so schnell nicht ändern:
    Es steht jeden Tag mindestens einer auf, der sich 5 und mehr preiswerte Schuhpaare statt einem wirklich guten gönnt.
    Das ist dann wohl dem PLV geschuldet!
    Und immerhin ist I5I > 1 -> der Käufer kann rechnen, zweifelsfrei und -ohne!
    Nur von Schuhen hat er halt eben keinen blaßen Schimmer - aber ein bisschen Verlust ist immer,
    er trägt "rahmengenähte" - immerhin!


    Aber es gibt auch Gutes zu vermelden:
    Bei so manchem ist zu lesen, dass er sich Fachwissen angeeignet hat, es fallen nun auf einmal Ausdrücke wie "Spitzensprengung",
    "Stand" und "Abrollen" usw..
    Andere Forenschreiber geben wieder Ruhe - es war wohl auf Dauer doch zu mühsam nächtelang in alten Büchern zu schmökern
    und die unbrauchbaren Seiten zu Brandsohlen zu falten.


    Nur leider klappt's noch nicht so ganz beim Schuhputz - das ist wohl doch zu einfach, um wahr zu sein!
    Natürlich kann man Olivenöl auf die Schuhsohlen schmieren - aber bitte nur von der ersten Pressung.
    Waffenöl, das beliebte Ballistol, wird von den Ledersohlen auch sehr gerne angenommen,
    auch Firnis passt ganz sehr gut, da harmonieren dann wieder die Preiswürdigkeiten:
    gibt's da eigentlich wirklich einen echten Plural?
    Laut Duden schon....


    Da Schuhwichse im Laden billig zu bekommen ist, kann man davon ruhig mal etwas dicker auftragen.
    Wenn das Wachs dann bricht - ok, es war wohl wirklich etwas viel auf der Bürste, na dann nimmt man halt eben
    etwas Pomade für die Bruchstellen: klebt ganz gut, und glänzen tut sie auch.


    Natürlich kann man auch Schuhcreme auf die eh schon dicke Wachsschicht auftragen - viel hilft viel, oder?:D

  • Wer bitte erbringt einmal den Nachweis, dass "gute, rahmengenähte Schuhe" bereits für 150 € oder 200 € Listenpeis zu bekommen sind?
    Und was bitte sind "gute, rahmengenähte Schuhe" bzw. was macht einen guten Schuh überhaupt aus und,
    warum müssen gute Schuhe obligatorisch rahmengenäht sein?
    Soll denn tatsächlich so ein Lederstreifen von 40 cm oder 50 cm Länge allein bereits den guten Schuh ausmachen?
    Liegt's vielleicht nicht doch nur an dem Klebeband, dem Gemband, mit dem zusammen er von unten an die Brandsohle geklebt ist?


    Wer hat nur dieses Ammenmärchen in die Welt gesetzt, dass Schuhe im Internet generell viel billiger als in einem Ladengeschäft sind?


    Ein Experte betet vor und alle Leser nehmen ab? Und keiner denkt dabei nach...


    Und selbst die glorreichen Maßschuhe für 500 €, für ein bisschen weniger oder mehr... sie werden natürlich nur im Zustand NEU gezeigt,
    damit man ja nicht sieht welche Arbeit da tatsächlich von dem Schuhmacher abgeliefert wurde.



    Diese haben vermutlich sogar noch ein wenig mehr gekostet...


    Ich bin für die absolute Freiheit im Internet!
    Kopieren, Kopieren, Kopieren - einfach alles kopieren, was der Unverstand nur hergibt:
    Irgendwann ist die Erde dann eine Scheibe und es gibt für'n Hunni die allerbesten Schuhe der Welt!


    Man muss nur den wahren Experten die Dogmen vorbeten lassen, dann klappt das garantiert!
    Und die zweifelnden Laien verharren stumm - nicht dass doch noch einer Preisunterschiede ernsthaft hinterfragt?

  • Es dürfte vollkommen normal sein, dass je bekannter die Marke desto teurer das Produkt!
    Denn wer außer dem Kunden sollte die Werbung bezahlen?
    Der Kunde zahlt also dafür, dass er die Marke überhaupt kennt, oder?
    Das gilt für alle Produkte, auch für Schuhe.


    Dass Schuhe heutzutage asymmetrisch sind, ist ebenfalls vollkommen normal,
    denn wären sie es nicht, dann wäre beide Schuhe gleich und es gäbe keinen Schuh mehr für den rechten oder linken Fuß:
    Man könnte sie nach Belieben vertauschen.


    Dass rahmengenähte Schuhe eine Ausballung benötigen, ist konstruktionsbedingt,
    also ebenfalls vollkommen normal.
    Dass die Korkausballung kein Fußbett ausbildet, wie viele "Experten" behaupten, sondern höchstens im Laufe der Jahre zerbröselt,
    ist auch vollkommen normal.


    Schuhsezierungen sind immer ein Zerrbild der Wirklichkeit, denn ganz selten wird ein Schuh der aktuellen Produktion zerlegt,
    der Hersteller kann die Ausführung von einem Tag auf den anderen änderen, mal ein besseres Leder verwenden, mal ein schlechteres,
    er kann von Genuine Goodyear Welted auf Primestitched umstellen und umgekehrt - um nur ein paar Beispiele zu nennen.
    Und niemand kann genau sagen aus welcher Einkaufsquelle der sezierte Schuh tatsächlich stammt:
    Es macht schon einen gravierenden Unterschied ob der Schuh als "slightly second" im Outlet erstanden wurde und
    entsprechende Fehler aufweist wie beispielsweise fehlerhaftes Einleisten und damit einhergehend eine Abweichung von der Längsachse, oder Klebereste, fehlerhafte Nähte usw. usw..
    Es gibt wahrlich noch weit mehr Fehlerquellen bei den Sezierungen - z.B. kann man nicht von einem zerlegten Schuh
    auf die anderen Serien desselben Herstellers schließen.
    Aus diesen und weiteren Gründen lehne ich selbst solche Sezierungen rundum ab.
    Man muss keinen Schuh zerschneiden, um seine Qualität soweit zu beurteilen.


    Rechnet man aus dem Ladenpreis den Marken-/Brandaufschlag heraus, den Bekanntheitsgrad des Designers,
    den Aufschlag für die Geschäftslage (Großstadt ./. Klein-/Mittelstadt) und auch die sonstigen preisbestimmenden Faktoren,
    dann wurde ein Paar billiger Schuhe, eine komplett europäische Fertigung vorausgesetzt, so gut wie immer aus
    billigeren Materialien und/oder in einem billigeren Produktionsverfahren hergestellt als ein teurer,
    denn irgendwie muss der Ladenpreis kalkuliert werden.
    So wird ein gembandgeklebter Schuh für weniger als 200.- € UvP wohl kaum dieselben Materialqualitäten aufweisen
    wie ein genuine goodyear welted Schuh,
    der das doppelte kostet, was aber nicht sagt, dass der Aufschlag nur durch die Machart bedingt ist.
    Und kein Schuhmacher wird einen rahmengenähten Schuh von Hand einstechen und doppeln und
    bei dieser sehr aufwendigen Machart billige Materialien verwenden - wohlgemerkt:
    Ich schreibe hier über Serienschuhe, auch RTW genannt, und nicht etwa über die sogenannten Maßschuhe.


    Nur blutige Laien beten Markennamen herunter und versuchen derer Produkte irgendwo billig habhaft zu werden:
    Sie zahlen so ihr Lehrgeld.
    Mit der Zeit lernen sie dann billige Schuhe von preiswerten zu unterscheiden.


    Es kommt natürlich auch immer darauf an auf was die Schuhkäufer Wert legen oder für was sie ihr Geld ausgeben wollen,
    für bestimmte Ledersorten, für bekannte Markennamen, für bestimmte Designer, für bestimmte Eigenschaften,
    oder einfach nur gerade so viel Geld dass es für billige, rahmengenähte Schuhe reicht,
    weil diese unter Ihresgleichen einfach "must haves" sind.
    Sie springen damit aber einfach zu kurz!
    :confused:

  • Apropos "rahmengenähte Schuhe" - dies ist das mit Abstand lustigste Thema in allen Modeforen:
    Keiner weiß so recht was sich hinter diesem Ausdruck verbirgt, wozu es gut ist und ob es die tatsächliche Krone der Schuhmacherkunst ist,
    was bei gembandgeklebten Schuhe wirklich ernsthaft zu bezweifeln ist,
    aber jeder gibt dazu seinen Senf ab und mimt den Experten, zitiert dafür Passagen aus anderen Beiträgen
    oder kopiert Seiten aus alten Büchern heraus.
    Oft leider auch ohne wirklich zu wissen, was er da eigentlich rezitiert und in welchem Kontext es geschrieben wurde;
    selbst Bildserien mit Begleittexten, also Erwachsenenbildungsbücher, vermögen es nicht zur Aufklärung beizutragen.


    Da kommt es zum Schluß dann zu wirklich umwerfenden Thesen!
    Alle Schuhe sind nur geklebt!
    Auch die handeingestochenen Maßschuhe!


    Was unter'm Strich bei solchen Diskussionen herauskommt ist wirklich abenteuerlich und überaus unterhaltsam,
    und nicht nur abendfüllend...
    Man darf jetzt nur noch darauf gespannt sein, wer solch einen Nonsens dann irgendwann (wieder) zitiert?


    Warum einfach wenn's auch kompliziert geht?
    Es wäre ja auch wirklich zu einfach wenn man nach jahrelangem Diskutieren in Shoppingforen und anderen, sich vielleicht die Mühe
    macht sich mit der Materie - hier Schuhen - einmal ernsthaft zu beschäftigen, statt nur darüber zu labern und immer wieder dieselben
    Hersteller- oder Markennamen wie eine Gebetsmühle runterzurattern.
    Nein - es werden alle Macharten, von gembandgeklebten über mittels Rißlippe genähten Schuhen bis hin zu handeingestochenen,
    Schuhen, allesamt rahmengenäht, der Einfachheit halber, und weil man es nicht besser weiß,
    in einen Topf geworfen und zig mal umgerührt, und dabei gibt jeder seinen Senf hinzu und am Schluß weiß keiner mehr
    worum es bei dem Thema eigentlich ging.
    Keiner berichtet über die Unterschiede der verschiedenen Macharten am Fuß, beim Gehen also - oder kann niemand darüber
    berichten wie es sich in einem handeingestochenen Schuh denn im Vergleich zu einem gembandgenähten Fabrikschuh läuft?
    Kennen die Leute nurmehr die Fabrikware?
    Nur noch die gängigen Marken, die immer wieder als das Nonplusultra (SIC!) zitiert werden, obwohl kaum einer davon mehr
    als 300 € gekostet hat?
    OK - eigentlich kosten sie schon mehr, aber man ist ja ein erprobter Smartshopper, kauft nur Seconds in den Outlets oder
    in den "Sales" genau die Schuhe, die andere stehen ließen...


    Und was lehrt uns das?
    Es geht in Foren vielfach nicht um die Sache an sich, also um Schuhe, sondern nur um Marken und wo man sie billig kaufen kann,
    ob um Schuhe, Strümpfe, Hosen, Hemden oder Krawatten, ist vollkommen egal - Mann frönt dem Brand-Smart-Shopping!
    Oder warum werden "rahmengenähte Schuhe" immer noch und trotz monate-/jahrelangem Internetaufenthalt
    mit "Goodyear Welted" gleichgesetzt, also meist mit deren allereinfachster Machart, weil der billigsten,
    und werden diese sehr simpel gefertigten Großserien-Fabrikschuhe als der einzig wahre Schuh-Olymp propagiert?
    Dabei kann rahmengenäht sehr vieles sein, und auch Goodyear Welted ist heute nur noch eine Sammelbezeichnung
    für sehr verschiedene Macharten unter Maschineneinsatz.


    Doch nicht etwa weil das Eintrittsgeld heutzutage schon so niedrig ist, dass sich bereits jeder Schüler es sich
    von seinem Taschengeld leisten kann?
    Der Eintritt in den Zirkus kostet also 100 €uro oder so was in der Richtung... natürlich nur für die letzte Reihe,
    ein Logenplatz ist schon wesentlich teurer.


    Aber mal ganz im Ernst:
    Der Kunde will alles, und von allem nur das Allerbeste - nur bezahlen will er es nicht!
    Feinstes vegetabil gefärbtes Anilinileder, pflanzlich gegerbtes Kalbsfutterleder, feinste altgrubengegerbte Laufsohlen - natürlich rahmengenäht!
    Wer wundert sich dann noch wenn die Schuhfabrikanten, die sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen, merken,
    dass sie diesen Leuten eigentlich auch nur ihren berühmten Namen verkaufen können.... denn viele Teile sieht man nicht,
    und Schuh ist Schuh, klar, mal einer mit einfachem Innenleben und mal einer mit hochwertigen Teilen und handgearbeitet.
    Nur erkennen tun es die wenigsten Männer, sie kaufen ja auch nur nach den Marken und dem Preis,
    also kann der bekannte und gehypte MARKENHERSTELLER bei den Einzelteilen sparen und trotzdem einen guten Preis
    erzielen - der No-name-Produzent spart an allem, Hauptsache es sieht nach Schuh aus und ist rahmengenäht.
    Solange der Preis niedrig genug ist, also unter 100 € oder 200 €, sehen die Kunden vieles nach,
    denn sie haben ja preiswert eingekauft!
    Eins ist wohl aber doch klar, Goodyear Welted muss in jedem Fall schon noch drauf stehen!
    Mann ist ja gebildet und liest Englisch.
    ;)


    An wirklich gute Schuhe trauen sich die meisten Kunden doch sowieso nicht ran.
    Entweder ist der Preis von mehr als 199,99 € die hohe Hürde, die es zu nehmen gilt, oder sie kennen ganz einfach die Marke nicht!
    Wer kauft denn heute noch "no-name-Schuhe"?
    Oder mißachtet gar das Preis-Leistungs-Verhältnis - PLV?
    So ein Paar Schuhe für 800.- € oder 1.000.- € kann nie so gut sein oder so lange halten wie 4 oder 5 Paar der 200ter-Klasse
    oder gar zehn mal so lang wie die für 99,99 €!
    Dass bei den Trageeigenschaften am Fuß zwischen diesen Preisklassen Welten liegen - woher soll der 100- oder 200 €-Mann
    das denn schließlich auch wissen?
    Wo doch jeder auf seine super, rahmengenähten Schuhe für 2 Hunnis Stein und Bein schwört,
    dass dies schon die Upperclass ist!
    Allerfeinstes Leder, exzellent verarbeitet, mit dem Leisten schlechthin - und da soll es noch etwas besseres geben?
    So viele Forenmitglieder können nicht irren!


    Und rahmengenäht ist ja schließlich immer goodyear welted - das reicht, denn mehr braucht ein Mann wirklich nicht!
    Ob 360 Grad oder 180 Grad genäht, mit Gemband oder mit Rißlippe genäht, oder gar mit handeingestochenem Rahmen:
    Alles Firlefanz!
    Das spielt alles keine Rolle - "rahmengenäht" , oder besser: GOOD YEAR WELTED reicht für wirklich gute Schuhe!
    Der Name sagt's doch schon!
    Und wenn dann noch ein bekannter Name draufsteht, und sogar noch "Made in England" - dann gibt's kein Halten mehr!
    Und bei Shell Cordovan setzt der Verstand dann ganz aus...da wird gleich der halbe Laden leergekauft!
    Für die Passform und das Ausstopfen hat Mann ja einen Schuster.


    Und eins ist dabei aber dann doch ganz besonders wichtig!
    Die Sohlen müssen möglichst lange halten, am besten noch eine Gummisohle zusätzlich draufgeklebt!
    Denn wer bezahlt schon gerne 100.- €+ für das Handandoppeln einer neuen Laufsohle, also 50 %, 100 % oder noch mehr
    der Anschaffungskosten?


    Und da ja bekanntlich alle Schuhe, auch die Maßschuhe, geklebt sind, reicht so ein GOOD YEAR WELTED (GYW),
    bei dem bekanntlich in der preiswerten Ausführung Primestitched alles außer dem Absatz an dem angeklebten Gemband hängt,
    doch wirklich vollkommen aus, und schon ist Mann im Schuh-Olymp!
    Höher, weiter, besser - gibt's nicht!

    Etwa echte Maßschuhe mit individuellem Leisten?
    Blödsinn! Absoluter Blödsinn!
    Da stimmt das PLV ganz einfach nicht!
    Und GOOD Year WELTED sind sie schließlich auch nicht, als ob die Sohlen 20 mal so lange halten würden?
    Warum also ein 1. Klasse Ticket kaufen wenn man in der Holzklasse auch zum Ziel kommt, dem GYW-Olymp?
    Ist ja schließlich doch recht preiswert, so ab 99 €uro & das PLV stimmt da ganz bestimmt!
    Dann gehört man zur Elite der Schuhträger und schwebt förmlich über den Asphalt.
    Ein Wunder, dass sich da die Sohlen überhaupt noch abnutzen, und dann auch noch so schnell...


    Ich würde so gerne mal dieses oder jene Gesicht der Schuh-Experten sehen, wenn sie mal an einem Fuß einen handgenähten
    & -gedoppelten Norvegese, nichtrahmengenäht, mit weicher Laufsohle und an dem anderen ihre preiswerten, langlebigen GYW tragen.
    :cool:


    Adverb <> Adjektiv

  • Einen "guten Schuh" gibt's ab ca. 200.- € Ladenpreis.
    Unter der Vorraussetzung dass es sich um eine rein europäische Fertigung inkl.. Ledergerbung handelt
    und es sich bei den Schuhen nicht um ein Brand oder gehypte/sehr bekannte Marke handelt.
    kann man maximal erwarten:


    • Schaft: einfaches Anilinleder, chrom- oder vegetabil gegerbt
    • Futter: einfaches Kalbleder, chrom- oder vegetabil gegerbt
    • Sohle: einfache Ledersohle
    • Absatz: sehr einfache Ausführung
    • Spitzen-/Fersenkappe: Kunststoff oder maximal Lederfaser
    • Konstruktion: durchgenäht (Blake stitched oder Sacchetto) oder Goodyear Welted: mittels geklebtem Gemband = Primestitched
    • Verarbeitung: sehr einfach, aber ohne grobe Fehler wie fehlender Stand, schief eingeleistet, zu viel Spitzenzugabe


    Bis 500.- € Ladenpreis steigert sich dann die Qualität und Ausführung wie folgt:

    • Schaft: bis hin zu gutem Anilinleder wie z.B. Boxcalf, vegetabil gegerbt
    • Futter: gutes Kalbleder, vegetabil gegerbt
    • Sohle: gute oder sehr Ledersohle, ggf. mit Eichenlohe gegerbt
      [Hinweis: Es gibt verschiedene Sohlenhersteller, Sohlen sollen nicht hart sein!]
    • Absatz: vorgefertiger Absatz aus Lederschichten, genagelt, mit Hosenkeil und integriertem Gummistopper
    • Spitzen-/Fersenkappe: aus Lederfaser oder Leder, fein ausgeschärft
    • Konstruktion: bis Goodyear Welted: mittels geklebtem Gemband = Primestitched und getunnelter Sohlennaht
    • Verarbeitung: gut bis fein mit ausgeschäften Schaftteilen, gebugten Kannten, fehlerfreie Ausführung: mit einwandfreiem Stand,
      angemessener Spitzenzugabe, korrekter Verlauf der Ballenlinie (die breiteste Stelle des Schuhes befindet sich auch genau dort wo beim Fuß die Ballenlinie liegt)


    Im Bereich zwischen 400.- € und 500.- € trennen sich die Wege;
    für bekannte Schuhmarken ändert sich nach oben bei der Ausführung nicht viel, es wird höchstens Shell Cordovan angeboten, viel Werbung um
    nichts gemacht, das Design herausgestellt oder andere Marketingtricks angewandt, um die Schuhe als "Must Have" den Kunden zu präsentieren.


    Bei relativ unbekannten Schuhherstellern - eigentlich Schuhmachereien, Manufakturen will ich nicht unbedingt schreiben,
    weil dieser Begriff kaputtgeritten wurde, gibt's nun die Feinheiten wie:

    • Schaft: Sehr gute Anilinleder, vegetabil gegerbt von renommierten Gerbereien
    • Futter: sehr gutes Kalbleder, vegetabil gegerbt, mit Rauledereinsatz im Bereich der Fersenkappe
    • Sohle: sehr gute, lohegegerbte Ledersohlen von renommierten Gerbereien
    • Absatz: vorgefertiger Absatz aus Lederschichten, genagelt, mit Hosenkeil und integriertem Gummistopper
    • Spitzen-/Fersenkappe: Leder, feine Ausführung, ohne dass sich die Vorderkappe durch das Oberleder drückt, dito bei der Fersenkappe
    • Konstruktion: Goodyear Welted mittels Riß in der Brandsohle mit dem Effekt, dass die Schuhe weit weicher beim Gehen sind,
      sich mit weit weiger Kraftaufwand beim Abrollen biegen
      oder bei einigen Anbietern bereits die Machart Norvegese (diese hat absolut nichts mit dem Design Norweger zu tun!),
      die noch einmal weicher beim Abrollen/Gehen ist
    • Verarbeitung: immer noch mit Maschineneinsatz beim Schuhmachen - keinerlei Fehler in der Ausführung
    • Besonderheiten:
      Ab ca. 500.- € kann man Schuhe finden, die das Fußgewölbe tatsächlich unterstützen - mit etwas Glück sogar
      mit einer Passgenauigkeit von 80 % oder 90 % annähernd an Maßschuhe bzw. besser als so manche,
      die als Maßschuhe verkauft werden!!!


    Ab ca. 750.- € bis zu 1.500.- € findet man dann die Steigerung auf Handarbeit beim Schuhmachen:

    • handeingestochen und handgedoppelt mit entsprechend hochwertigen Komponenten (Schaft-, Futterleder, Kappen, Sohlen),
    • Absatz aus Einzelschichten und mit Keder aufgebaut.
    • Dabei handelt es sich um dieselbe Ausführung wie bei echten Maßschuhen aber bei der Herstellung werden verschiedene Leisten(-formen)
    • verwandt.
    • Der einzige Unterschied zu Maßschuhen besteht darin, dass keine zwei individuelle Leisten für die Füße des Käufers angefertigt werden.
    • => Fällt dem Leser jetzt etwas auf oder ein? <=
    • Diese Schuhe sind vom Tragekonfort her für den Träger um Klassen besser als einfache, gembandgeklebte und maschinengenähte Schuhe
    • und merklich besser (deutlich!) als maschinengenähte Schuhe mit Rißlippe.
    • Bei hand- und rahmengenähten Schuhen zu maschinengenähten Schuhen der Machart Norvegese fällt der Unterschied nicht so deutlich aus;
    • zwischen handgenähten Norvegese zu maschinengenähten dagegen wieder merklich.


    Bei Schuhen von Brands und bekannten Marken oder Designern findet man dagegen auch für, zum Teil deutlich über 1.000.- €,
    sehr oft nur die Machart "Primestitched" (gembandgeklebte Schuhe) und man bezahlt in erster Linie für das Design, das/den Brand usw..


    Mann sollte sich also mit seinen Schuhen näher beschäftigen und
    die Unterschiede kennenlernen wollen statt sich nur mit Marken und englischen Ausdrücken zu beschäftigen!


    Die Füße werden es Einem danken! Und nicht nur die....

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