Geschichten, die das Leben schreibt

  • Die erste Sand & Storm gefällt mir sehr gut; leider werde ich aus dem einen Bild bezüglich Griffe und möglichem Schultergurt noch nicht ganz schlau. Ich schreibe evtl. einfach mal den Hersteller an. Die Cherchbi Serien gefallen mir nicht so, wobei das natürlich rein subjektiv ist. Eine MTO Anfertigung von Chapman hatte ich übrigens auch mal ins Auge gefasst und steht auf meiner Liste immer noch relativ weit oben...

  • Du wirst dich vermutlich totlachen wenn ich Die erzähle, warum es noch keine Chapman Tasche wurde: Ich mag deren Logo einfach nicht. Nie, gar nicht, überhaupt nicht. Wer entwirft so etwas, eine Schnecke?! Was soll mir eine Schnecke sagen? Sind die Taschen glitschig oder etwa langsam?!


    Ich weiß, klingt reichlich blöd und mich amüsiert meine Abneigung meist selbst wenn ich darüber nachdenke. Trotzdem ist sie eben da:flag_of_truce:

  • Lesen und Betrachten der Fotos und Videos:
    Darüber habe ich schon oft nachgedacht - mal komme ich zu diesem und mal zu jenem Ergebnis.


    Einen Teil der Besucher/Leser/Betrachter verstehe ich:
    Sie wollen sich einfach nur informieren und/oder unterhalten werden - typisch für unsere Gesellschaft.


    Andere können nicht posten, weil sie sich nicht zu erkennen geben wollen oder gar befürchten sich zu blamieren,
    was aber Unsinn ist, denn jeder hat einmal in deutschen Geschäften ("klein") angefangen.


    Wenn man sich anschaut wer wie herumläuft, dann verwundert es mich gar nicht, dass die Anteilnahme recht gering ausfällt,
    denn es ist erschreckend wie zerlumpt die Leute herumlaufen - das ist seit einiger Zeit Gesellschaftskonsenz.
    "Kleider machen Leute!" Deshalb kleiden sich die Deutschen noch ärmlicher als sie es tatsächlich sind,
    Jammern und sich selbst bedauern gehören in Deutschland zum festen Bestandteil der Manieren,
    die Deutschen sind bibelfest: das eigene Licht unter den Scheffel stellen.
    Der Stellenwert von elementarer Kultur wie Essen und Bekleidung ist hier ein sehr niedriger im Vergleich zu Frankreich.
    Kleidung gilt in Deutschland als Zurschaustellung des eigenen Wohlstands - Essen als nowendiges, teures Übel und
    deshalb muss es billig sein!
    Man sagt wohl "preiswert" statt "billig" aber nur, um es sich nicht selbst eingestehen zu müssen.
    Es wird in den Supermärkten wohl viel in den Korb geworfen, eine Folge des WW II, aber das allermeiste weggeschmissen,
    statt weniger und dafür hochwertige Lebensmittel einzukaufen und diese zu genießen!


    Dann gibt es die Klasse der Outletshopper: Kein Kommentar zu den Logohamstern.


    Und die extrovertierten Wohlhabenden und Reichen (Neureiche), die sich mit den Logos, Zeichen und Autos
    der Luxusbranche schmücken.


    Die Leute aber, die sich tatsächlich für Qualität, sei das Design, das Material oder die Verarbeitung, sind sehr dünn gesäht.
    Es würde ja an Arbeit grenzen sich mit den Unterschieden auch nur einmal ansatzweise zu beschäftigen:
    Bequemlichkeit oder Anzeichen der Dekadenz? Solange ist es noch nicht her, dass die Frauen die Unterschiede
    bei Wolle aus dem FF kannten und viele sogar selbst strickten und häkelten.
    Das Risiko etwas zu kaufen, was man selbst oder andere ( -> Logos) nicht (er-)kennt, will niemand mehr eingehen:
    Man vertraut auf Marken, ihre Botschaft und das damit verbundene eigene Image.
    Der einzige Weg heutzutage noch ein Produkt zu plazieren führt über aufwendige Werbung, was einwandfrei funktioniert,
    da die Kunden keine Ahnung haben und sich blind auf die Werbebotschaft verlassen.


    Eine geniale Werbestrategie ist es übrigens den Leuten zu suggerieren, im Internet und in Supermärkten
    wie ALDIDL & Co wäre als preiswerter als beim Händler um die Ecke - wohl falsch,
    aber die Leute glauben es weil so viele diesen Quatsch verbreiten.
    Die Worte Preisleistungsverhältnis, PLV, preiswert, Preis und ähnliche Ausdrücke findet man viel, viel häufiger als
    Angaben zu objektiven Qualitätsindikatoren - wer kennt die noch?
    Insofern gibt es keinerlei Zweifel an der Lernfähigkeit der Deutschen und auch ihr Gedächtnis funktioniert einwandfrei:
    Geiz ist geil!
    ist in ihnen so tief verwurzelt als hätten sie diesen Slogan mit der Muttermilch aufgenommen.
    Für dieses Geld kann man einfach nichts falsch machen!
    ist der sichere Beweis dafür, dass die Kunden absolut nichts kapiert haben.


    Und genau in diesen Punkten sehe ich das Problem nebst dem Umstand, dass die Menschen, die wirklich nur hochwertige
    Sachen kaufen, bereits 'ihre Händler/Hersteller/Handwerker' haben und sich gerade nicht des Internets bedienen
    [auch dafür gibt es gute Gründe].
    Im Internet treiben sich viele Schlaumeier rum, auf der ewigen Suche nach dem Super-PLV und Gleichgesinnten,
    die ihre Meinung und Einstellung teilen - Vereinsmeierei, ebenfalls in DE weit verbreitet -
    aber leider so gut wie keine Fachleute, die ihr Wissen teilen möchten, und wenn doch, dann werden sie ganz
    schnell wieder vergrault, denn die Vereinssatzung verbietet die Aufklärung.
    Schwarmintelligenz?
    Der Schwarm als Ganzes - vielleicht, Einzelne der Herde garantiert - denn nur dafür sind sie dabei, aber das Gros?


    Das Problem dieses Forums ist also vielschichtig - mein Irrtum bestand darin anzunehmen, dass die Leute aufgeklärt
    werden wollen, aber das Internet ist dafür sicherlich der falsche Platz, und die Leute wollen es letzten Endes
    - von ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen - tatsächlich gar nicht!
    Das Internet hat nun einmal das Image alles billiger anzubieten, und genau deswegen wird es von vielen genutzt;
    warum sollte das bei Mode anders sein?


    Es ist viel einfacher sich logobewehrte Klamotten, Schuhe mit roten oder blauen Sohlen und markentypische
    Handtaschen zu kaufen und so die Anerkennung der Mitmenschen zu erhaschen.
    Es kommt dabei auch nicht mehr auf den eigenen Geschmack an - der wird in vielen Fällen diktiert:
    man denke nur an IN- und Outlisten in den Modezeitschriften, Musthave und andere abgegriffene Schlagwörter
    wie zum Beispiel Gentleman, der sogar dafür taugt, den allerbilligsten Krempel wie Fabrikschuhe und
    Unterhosen zu bewerben.
    Das eigene Wohlfühlgefühl hat sich diesen öffentlich propagierten Botschaften wie PLV, Musthave usw.
    oder den Foren- /Blog-/Gruppenparolen gefälligst unterzuordnen - wer sich nicht daran hält, der oder die wird
    entweder schräg angeschaut, womit er/sie noch verhältnismäßig gut weggekommen ist, oder anstandslos
    mit scharfen Worten attackiert (Frauen, die Röcke tragen statt sich in Jeans zu zwängen... Beispiele kenne ich zuhauf).
    Dies ist so im täglichen Leben wie auch in Internet - Manieren und Benimm: Fehlanzeige!


    Wenn nun jemand antritt und das Basiswissen bereit stellt, seien es die verschiedenen Wollarten oder die Macharten
    von Schuhen, und Hersteller wie Kunsthandwerker vorstellt, die sich durch ihr Design, Material- wie Verarbeitungs-
    qualität auszeichnen, dann haben er und seine Helfer einen sehr schweren Stand, denn sie müssen sich
    den Schein-Realitäten stellen, den verbreiteten Meinungen.


    Aber irgendwann sind Energie und Enthusiasmus aufgebraucht und die Einsicht gewonnen besser das Feld zu räumen
    und es vollständig dem Kommerz zu überlassen, denn die Puristen wollen es genau so,
    und ausschließlich darum geht es schließlich auch im Internet,
    denn dort gibt es in der Summe betrachtet gar nichts gratis oder unentgeltlich,
    da Werbung, Verkauf und Geldverdienen allgemein sein Motor sind!

  • :help: Save Our Style :help:


    Übrigens haben die Unterhaltungsthemen absolut die meisten Klicks - mit weitem Abstand führend ist dabei
    Kuriositäten aus der Welt der Schuhe und deren Pflege


    Das läßt tief blicken - sehr tief sogar:
    Das Internet läuft als Unterhaltungsmedium dem Fernsehen den Rang ab.


    :help: Save Our Style :help:

  • Als ich heute einen Blick auf die Seiten von DALMINE 1952 warf war ich zuerst überrascht und staunte nicht schlecht.
    Siehe da - die Stricker beginnen ihre jeweils verwandten Garne anzugeben wie z.B.

    worsted
    super-cashmere
    2x2/60.000


    100% CASHMERE 4X2/28.000


  • Eine Geschichte, die das Leben schreiben wird, ist meine Bitte WOW/CRACY und damit junge Designer zu unterstützen.
    Ich bin ganz gespannt darauf ob sich etwas tut, ich eventuell sogar(!) eine Rückmeldung erhalten werde, oder
    ob das heutzutage und erst recht im Internet schon viel zu viel erbeten ist?




    P.S. Ich halte es im Bereich Modeblogs und -foren grundsätzlich für pure Gaukelei einzig mit dem Ziel den Besuchern bezahlte Werbung zu präsentieren.
    Wohl bemühe ich mich einen Gegenpol zu schaffen, aber ...

  • Gestern führte ich zwei Unterhaltungen mit Einzelhändlern - ich mach's kurz:
    Die Kunden können nicht mehr zwischen gut und schlecht unterscheiden, orientieren sich nur noch an Brands, oder besser:
    dem, was sie dafür halten, und kaufen nur noch preiswert online/outlet.


    Der Spruch der Woche


    Dann kaufe ich mir 'ne Vuitton Bag und bin immer gut angezogen.:Ja!:


    VUITTON sollte vielleicht die Business Lady Bags stärker bewerben - dann braucht's keine Frauenquote mehr im Management!.:loud laugher:



    P.S. Mir hat mal eine den Spruch gedrückt, dass sie sich für 750 € eine Vuitton kauft - aber sicher doch: Im Urlaub, all inclusive!

  • Es gibt mittlerweile so vieles, was ich nicht (mehr) verstehe, ich kann's manchmal selbst kaum glauben!


    Ein aktuelles Beispiel sind die Angebote von WOW/CRAZY.
    http://www.bestofbest-mode.com…=3093&viewfull=1#post3093


    Da haben (in erster Linie) die Damen, aber auch die spendablen Herren, die einmalige Gelegenheit sehr ausgefallene
    Stücke zu kaufen, genau: vorzubestellen (Neudeutsch: the chance to order clothes in advance),
    das Ganze auch noch zu meiner Meinung nach zu überaus niedrigen Preisen,
    wenn man die Exclusivität mitbetrachtet, dann sogar zu wahren Spottpreisen,
    und was passiert?


    Woran liegt das?
    Fehlt das Luxus-Label?
    Was die Bäuerin nicht kennt, das kauft sie nicht? - die Abwandlung einer alten deutschen Bauernweisheit.
    Oder ist es schon zuviel verlangt selbst zu stöbern, um ausgefallene Stücke zu kaufen und zu tragen,
    Teile, die sonst niemand anders hat?
    Kein Besitzerstolz mehr faktisch ein Unikat zu besitzen?
    (Man könnte auch sagen: one of only twentyfive worldwide)
    Oder gibt's (auch) bei den Frauen so eine Art Herdentrieb?
    Schwarmintelligenz versus persönliche Individualität?
    Frei nach dem Motto: Alle haben ein Schachbrett - ich brauche auch eins!
    Nur warum - mal wieder der Gedanke an uniform, um ja nicht auffallen, um jeder Diskussion von vorneherein aus dem Weg zu gehen?
    Junge Frauen tragen, so bekam ich das mehrfach & glaubhaft versichert deswegen keine Röcke,
    um nicht von ihren Freundinnen darauf angesprochen zu werden warum sie nicht die Hosen anhätten.


    Oder was muss man den Leuten so alles erzählen, damit sie etwas Ausgefallenes oder etwas NEUES kaufen?
    Welche Storys wollen sie denn bitte hören?
    Irgendwelches Blabla oder wirklich herzzerreißende Geschichten unter der Überschrift "about us"?
    Oder stehen auch die Damen auf Hochstappeler?
    Aber das hier sind nun einmal wirklich ausgebildete Designer und Designerinnen, die können auch was!
    Und keine simplen Retailer, die nur den Sack aufschneiden.
    Wer verträgt heute noch die nackte Wahrheit - ist es vielleicht das?:shok:


    Ich frage mich allerdings gerade jetzt beim Schreiben wer denn all diese Modezeitschriften in den Kiosken kauft wie
    u.a. die VOGUE und warum?
    Brauchen die Leute heutzutage jemanden, der ihn (vor-) schreibt, was schön ist und was gerade ein MUSTHAVE ist?
    Oder sind diese Fashion-Postillen die STIL-ALMANACHE für die Damen?
    Ja wenn das so ist und eigener Geschmack weder da noch ausgeprägt ist nebst einem gewissen Hang zur Uniformität, na dann:
    Gute Nacht!


    Ist ja bei den Männern auch nicht anders - die lassen sich ja auch (vor-) schreiben, was sie wann zu tragen
    und welche (Gentleman-/Businessman-) Regeln sie dabei zu beachten haben:
    Sind alle eben alle ein bisschen kon- und uniform - eine alte deutsche Tradition?


    Mann lernt deshalb nie aus - ich erst recht nicht!
    Es gibt Dinge, die will ich einfach nicht verstehen, ich kann sie wohl nachvollziehen, aber nicht wirklich verstehen!
    Habe mich aber damit abgefunden, dass es so ist, und ich es weder ändern kann noch will.


    Da gibt es nun endlich einmal Kleidung und Accessoires, die superstylisch und tatsächlich preiswert ist,
    und keiner merkt's!
    :help:


    P.S.
    Nicht alles muss jedem gefallen oder getragen werden - aber so'n bisschen Mut zur Lücke statt einer Uniform?

  • Gestern hatte ich wieder einen Anblick:
    Eine mit Buchstabengürtel, ihre Freundin mit gummierter Handtasche und Gaul auf der Bluse.
    Ich geriet darüber ins Sinnieren, weil die gegenübersitzenden Männer ungebrandet waren.
    Der erste Einfall, den ich dabei hatte war die Leser zu fragen, ob sie auf gummiertes Leinen stehen und schön finden,
    will mir diesen Nonsens aber ersparen.
    Dann dachte ich darüber nach, dass doch eigentlich recht viel Geld unter den Leuten ist, denn ich hatte keinerlei Zweifel,
    dass die Teile echt sind, nur leider Pseudoluxus, viel Geld für wenig Ware!
    Schön?
    Was sollte denn an so einem einfachen Gürtel schön sein? Oder es schöne (und häßliche) Buchstaben?
    Schriftarten sind Geschmackssache - die Einen stehen auf Serife - ich auf eine klare, leicht zu erkennende Schrift ohne,
    und habe daher eine solche hier installiert (am geschlossenen "a" leicht auszumachen).


    Meine Gedanken schweiften beim Anblick dieses Quartetts weit ab - sie mit Statussymbolen, die Männer 08/15 angezogen.
    Einmal ganz abgesehen von den Menschen, die in diesen Klamotten steckten - schön, oder von mir aus auch "stylish",
    war kein Ensemblemitglied zurechtgemacht - wie gesagt, nur die Damen leicht dekoriert, geschmückt wäre ein Lob.


    Nur warum gibt jemand so viel Geld aus für Dinge, die man an jeder Straßenecke sieht oder sogar ganze Straßencafes
    damit zugeplastert sind. Hat fast jede, trägt fast jede - Frauenverein?
    Wissen sie es nicht besser oder können sie es nicht besser, denn schön sieht wirklich anders aus?
    Kennen sie vielleicht gar nicht wirklich gut gemachte, der Gürtel stand oben ab, sogar ohne den Rundschnitt für Damen,
    Sachen, die schön und gut gemacht sind?
    Warum dieses große Logo auf der Bluse - ohne wäre sie wohl viel preisgünstiger gewesen und hätte mindestens genauso
    gut ausgeschaut, oder etwa doch nicht?
    Macht also das Warenzeichen die wahre Schönheit aus - das Gefallen liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters?


    Es waren auf jeden Fall viele Gedanken, die mir jetzt gar nicht mehr alle einfallen.


    Sie schweiften, meine Gedanken, so eine ganze Zeit lang herum bis mir dann irgendwann doch wieder auffiel,
    warum ich dieses Forum in's Leben gerufen habe und
    wieviel Sinn es eigentlich macht wenn es doch nur darum geht den Anderen zu zeigen,

    dass man Geld hat - wenn auch nicht unbedingt einen guten Geschmack,
    denn den könnte man ja schließlich auch zeigen!


    :help: Save Our Style :help:


    Oder liegt es vielleicht doch nur daran, dass Mann seine Klamotten nur als absolut notwendiges Übel und
    Frau nicht wirklich darüber informiert ist, was tatsächlich gut & schön ist
    statt auf die Strahlkraft von Logos zu setzen?


    P.S.
    Mann, in dem Fall ich, sollte die Hoffnung ja nicht ganz aufgeben, dass dieses Forum vielleicht doch, wenn auch nur im Entferntesten, irgendeinen Sinn ergibt.
    :sorry:
    Welchen Sinn macht es über hochtrabende Dinge zu debattieren wie beispielsweise bespoke suits & shoes, wenn es an dem grundlegendem Verständnis
    für Farben, Formen, Materialien und Ausführung hapert?
    Als Beispiel mögen überaus zahlreiche Forendiskussionen dienen, die den eklatanten Widerspruch zwischen teurer Oberbekleidung und billiger Underwear aufzeigen,
    dabei geht es mehr um den Schein als um das Sein, das sich in seiner eigenen Kleidung Wohlfühlen.
    Das ermangelnde Interesse daran kann wohl kaum durch Markenzeichen ersetzt werden - diese wirken in vielen Fällen einfach nur aufgesetzt & sehr belustigend.

  • Früher gab es Märchen - heute das Internet
    früher gab es echten Luxus - heute Brands
    früher gab's Prinzessinnen, die ihren Prinzen suchten - heute Gentlemen, die bei Emmas heiß begehrt sind
    früher gab's Kleidung nur auf Maß - heute en masse
    früher regte die Stimme die Fantasie an - heute versetzten Fotos in ungläubiges Erstaunen
    früher entschieden die Schuhe über Sein oder Nichtsein, wie bei Aschenputtel - heute passen alle jedem
    früher machten Kleider Leute - heute möchte jeder dazu gehören, zu diesen & zu jenen Leuten
    ....


    Eins aber haben die Märchen und das Internet gemeinsam - sie präsentieren ihre Geschichten noch immer voller Pathos
    und werden vor dem Publikum geradezu theatralisch inszeniert, nur die Stimme wurde durch schöne Fotos ersetzt.
    Und die Menschen schwelgen in ihren Sehnsüchten und träumen von deren Erfüllung.
    Früher nur bis zum nächsten Hahnenschrei und wurden dann wach - heute sind sie hellwach und träumen es wär' so.:boredom:


    Da gibt's dann Bespoke für 'nen Appel und 'n Ei, und die Kommission ist auch schon drin,
    dann gibt es handgearbeitete Schuhe aus der Manufaktur, aus bestem Leder und perfekter Passform für ganz kleines Geld,
    auch Maßschuhe schon fast zum Tages- oder Wochenlohn,
    Fachliteratur von versierten Autoren mit akribisch erstellten Zeichnungen und Fachartikel als Plagiate via copy & paste,
    und zum modernen Prinzen werden kann auch jeder, der sich einen Styleconsultant oder Personal Shopper leisten will.


    Nur eins ist immer gleich geblieben: "Es war einmal...." :2 laughers:



    P.S. Während des Schreibens lief nachfolgende Einladung aus Meran per E-Mail bei mir um 15:06 Uhr ein.


  • In dem einen Schuhthread zu schreiben fällt mir unheimlich leicht , denn Schuhe sind das kurzweiligste Thema überhaupt,
    da man alle ellenlang eine neue sensationelle Story aufgetischt bekommt, beim Beobachten der Passanten auf der Straße,
    den Käufern im Schuhgeschäft gegenüber oder beim Fachsimpeln am Thresen.


    Wenn ich mir aber vorstelle die Leute würden vor dem Schuhkauf einmal kurz innehalten und etwas nachdenken,
    dann wird mir wirklich Angst & Bange!
    Alleine schon wenn sie überlegen würden ob ihr rechter Fuß, meist der Probierfuß, absolut gleichgroß ist wie der linke - das sie Rechts-
    oder Linkshänder sind, dass sie den Ball immer mit dem rechten Fuß getreten haben, das wissen sie ja schließlich auch.
    Nur gut, dass sie von ihrer Schuhgröße so überzeugt sind und gar nicht erst auf die Idee kommen sich Maßschuhe
    machen zu lassen - nicht dass noch eine Mißweisung von ganzen 2 Größen zum Vorschein kommt,
    an die sich die Zehen doch schon jahrelang gewohnt haben.


    Alleine schon der Gedanke, die würden alle mal ihre Füße vermessen lassen, jagt mir kalte Schauer über den Rücken,
    nur gut, dass sie so fest davon überzeugt sind ihre Nummer zu kennen, und dann auch - Gott sei Dank - so herrlich unbelehrbar.
    Wissen halt eben alles besser, haben im Internet studiert - schön so!
    Vor allen Dingen stellen sie sich beim Schuhkauf nicht so clever dran wie beim Autokauf, studieren tagelang Prospekte und
    horchen die Verkäufer aus. Kaufen ja bei Autos nur Premiummarken, wie gesagt: glücklicherweise nur bei Autos.
    Die kosten dann soviel, dass bei den Schuhen imer noch genug übrigbleibt - so an Themen, mein ich,
    da fängt die Premiumklasse ja auch schon bei 100.- € plus an.
    Nun - wir haben ja auch kein Pendant zur IAA, so eine ISA, also so eine Internationale Schuh Ausstellung, und es gibt
    auch keine Sonderausgabe des Magazins Schuhe Leder Laufen,
    na ja, ganz ehrlich, die gibt's überhaupt nicht,käme auch ein bisschen teuer so'n Jahresabbo für 50.- €.


    Beim Auto wissen die Leute ja fast alles, 4 Räder, Motor, Getriebe, Felgen, Vorder-, Hinter-, Allradantrieb - kennen
    den Spritverbrauch und die laufenden Unterhaltskosten, die ja locker mal die 5000er oder 10000er Hürde überspringen.
    Da wird dann wochenlang hin- und herüberlegt, ein Händler nach dem anderen abgeklappert, alle wirklichen Autoexperten
    im Bekanntenkreis um Rat gefragt, selbst die beste Ehefrau wird intensivst ausgequetscht, damit sie später auch nicht
    meckern kann.


    Nut gut, dass sie das alles nicht auch beim Schuhkauf machen - wenigstens ein Thema, das locker von der Hand geht!:diablo:

  • Es ist wie bei der Bildzeitung - keiner liest sie, aber sie ist immer mal wieder im Gespräch :diablo:


    Es wäre natürlich auch für mich viel leichter ich könnte irgendwo auf dem Trittbrett mitfahren, und wenn mir die Richtung nicht mehr passt
    einfach rüberspringen auf die nächste Tram.
    Hab mir's aber so ausgesucht + brauche so zumindest nicht zu buckeln beim Buhlen - bringt so wohl weniger ein, aber aufrecht.:hi:


    Es könnte aber auch sein, dass der Foreninhalt "zu hoch" ist wenn man sich so manche bildhaften-theatralischen-pathetischen
    oder intellektuell angehauchten 'Artikel' durchliest - erstellt via simplen C&P... - das muss heute schon sein! :confusion:


    P.S.
    Ich habe gerade eben mit 'meinem' Informatiker über das Thema gesprochen - ist scheinbar wirklich so:
    Viel Palaver um Must-HAVES - eigentlich nichts dahinter und nichts davor. Und daher sehen die Leute den Wald vor lauter Bäumen nicht.

  • Seit ein paar Wochen bin ich neugierig auf das neue Sony Phablet und hab mir ein paar Testberichte dazu angeschaut und
    hin und her überlegt ob ich mir so ein Teil zulegen soll, da 4,3" schon etwas klein ist, um unterwegs einen Blick ins Netz zu werfen.


    Dabei kam ich natürlich auf die Idee mir ein Tablett zuzulegen - würde ich aber nicht ständig mitschleppen, da zu groß,
    und wenn schon groß, dann doch bitte mit Tastatur und Trackpoint, wenn möglich noch einem seperaten Zehnerblock.
    Dann wäre ich dann aber schon wieder bei 15.6" und weit über tausend Euro.


    Und so ein Netbook - war mir auch so manchen Gedanken wert, gibt's schon ab 250 € - nur leider hapert's oft am Display
    und dessen Ablesbarkeit bei Sonnenschein.
    Nun - ganz ehrlich - ich habe schon so manche Stunde alles in allem darüber nachgedacht, ob oder ob nicht, und wenn ja,
    was zu welchem Preis, mit oder ohne Telefonfunktion, ständig mitschlepppen oder dafür doch zu groß,
    und so weiter und so weiter.


    Irgendwann fiel mir dann aber auf, dass ich eigentlich so ein Teil gar nicht brauche und nur deshalb darauf so viel Zeit
    ver(sch)wendet habe, weil ich abends in Foren und Blogs rumgestöbert habe und dabei meine Neugier geweckt wurde,
    irgendwie wurde ich von diesen ständigen Meldungen, dass irgendein Display verbessert, ein Prozessor höher getaktet ,
    die Features sich etwas geändert haben - kurzum:
    von all dem unsinnigen Gedöns um Kinkerlitzchen!


    Effektiv muss das Ding telefonieren und Internet anzeigen können - ob der Monitor 11, 12 oder 15 cm Diagonale hat und
    das Ganze etwas schneller oder langsamer vonstatten geht, ist doch wirklich kein Quantensprung!


    Und so, oder so ähnlich ist das in allen Foren und Blogs - die Leute werden angestachelt, das neueste Spielzeug zu kaufen
    - wer noch keins hat:
    http://de.engadget.com/


    Wenn da eine Familie anfängt nachzurechnen wieviel Geld sie damit so in den letzten 5 Jahren pulverisiert hat.....aber claro,
    die Handys gibt's ja gratis zum Vertrag hinzu, kosten nichts, tauchen also in der Rechnung gar nicht erst auf - genau wie die Autos,
    die kosten ja auch nur 6 oder 8 Liter auf 100 Kilometer.


    Und dann schauen wir uns mal an, wieviel Geld den lieben Leuten ihre mehr oder weniger stylischen Klamotten wert sind,
    aber zum Rechnen sind ihre Handys ja unverzichtbar!:hi:

  • Heute bin ich wieder den schreienden Schuhe begegnet - es scheint im Moment wieder sehr trendy zu sein
    möglichst farbenfrohe Schuhe herzuzeigen.
    Sie sehen ja auch wirklich sehr schön aus und manche sind wahre Kunstwerke, teilweise sogar via paintbrush
    sehr aufwendig gestaltet.


    Nur leider kommt es bei Schuhen darauf an wie gut sie tatsächlich passen und gemacht sind, was all diese schönen Fotos
    nun einmal leider nicht zeigen sondern sogar vielmehr davon ablenken.
    Aber schön anzusehen sind sie doch! :smile:


    Apropos passen - wie schreib da Einer neulich noch gleich:
    Die neuen Schuhe passen perfekt, nur hinten an der Ferse scheuern sie und vorne drücken sie noch ein wenig.


    EIGENTLICH perfekt, müssen halt noch eingelaufen werden.:pardon:

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